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Presse / Rezensionen

Visuelle Poesie von Ingrid Isermann
Im Buch „Die Anatomie der Worte“ von Ingrid Isermann haben mich die Beispiele der Visuellen Konkreten Poesie am stärksten angesprochen. Diese Arbeiten sind von 1990 bis 2014 entstanden. Ihre Schönheit wie auch ihre Überraschungsmomente lassen sich nicht leicht wiedergeben; denn es sind wirkliche Bilder. Farben sind wichtig, das Format, die Schriftart, die Wiederholungen. So steht beispielsweise der lapidare wie geheimnisvolle Satz: „ Nichts ist / geschehen / und alles ist / passiert“ in grosser schwarzer Schrift auf dunkelgrauer Fläche. Die folgende Arbeit steht Schwarz auf Weiss, wiederholt achtmal die gleiche Zeile „Na und na und? Na“ und führt vor, was mit der „Anatomie der Worte“ gemeint sein kann. Ein anderes Beispiel ist ein Spiel mit dem Wort „vielleicht“. Erst wird es in einem Bild zerlegt „v i e l / l e i c h t“, in einem andern Bild spielt die Künstlerin es in farblich verschieden Bändern durch. Das viele Leichte, wobei „leicht“ durch fette Schrift ins Gegenteil verkehrt wird, ist verblüffend. Noch nie habe ich das Wort so gelesen, aber es verlockt, sich der Anatomie der Worte in diesem wie anderen Beispielen anzunähern.
Dr. phil. Brigit Keller


Zu «ANATOMIE DER WORTE» von CHARLES LINSMAYER
Liebe Ingrid, ich habe schon etwas in Dein Buch hineingeschaut und bin schwer beeindruckt. Wunderbar, wie Du Dich, «wortwitz- und netzwerkbewaffnet» (Gomringer), auf das «konkrete Podest» hebst, wie das Buch nur schon äusserlich, formal, in Layout, Farben, Schriften, Satzspiegel, Anordnung die grosse Tradition der Konkreten wieder aufnimmt und weiterführt, und wie Du, brillant eingeleitet durch Eugen Gomringer und Britta Schröder, einen Querschnitt durch Dein Schaffen vorlegst, der dann in seiner Fülle und Variationsbreite zwischen Konkret und Bedeutsam doch wieder eine Brücke schlägt und nicht nur das Schöpferisch Geleistete, sondern auch Dich selbst, Deine Persönlichkeit, Deinen Zugang zum Literarischen, zum Gestalterischen, zum Denkerischen irgendwie mit präsentiert und auf eine überzeugende Weise abrundet. Glücklich, wem es gelingt, das Eigentliche seines Schaffens auf so gewinnende, anschauliche und bei aller Abstraktheit auch unterhaltsam- abwechslungsreiche Weise sicht- und nachvollziehbar zu machen. Ich freue mich mit Dir über Dein aussergewöhnliches Buch und bin überzeugt, dass noch viele, die sich ernsthaft mit der Poesie und ihren geistigen, intellektuellen und künstlerischen Weiterungen auseinandersetzen, meine Freude teilen werden.


Lesung Ingrid Isermann und Eugen Gomringer im Lavaterhaus Zürich

29. Januar 2015. Foto: © Niklaus Stauss

Kurze Einführung zur Lesung «Die Anatomie der Worte»,
Lyceumclub Zürich, Montag, 22. Juni 2015

Guten Tag,
ich freue mich, dass ich Ihnen auf Einladung des Lyceumsclub, herzlichen Dank, mein Buch «Die Anatomie der Worte» vorstellen darf.
Anatomie ist ja ein Begriff aus dem medizinischen Bereich, die Lehre vom Bauplan des menschlichen Körpers, doch auch Worte haben einen Körper und in ihrer psychosomatischen Wirkung eine grosse Bedeutung. Welche Wirkung Worte haben können, wissen wir alle. Manch ein Wort, ob beflügelnd oder verletzend, ob Lob oder Kritik, hat eine nachhaltige Auswirkung.
«Visuelle konkrete Poesie stellt sich heute in einer Spielart plakativer Sprache dar», so Eugen Gomringer, der das Vorwort zum Buch schrieb, «und versteht sich im Anspruch auf Augenhöhe auch zum Leser jüngerer Generationen, der rasch verstehen und rasch kommunizieren will». Die Bildlichkeit der Sprachzeichen versteht sich in Symbolhaltigkeit und Figürlichkeit als einer der ältesten kulturellen Werte. Gomringer prägte den Begriff «Konkrete Poesie» analog zum Begriff «Konkrete Kunst».
Auch in der Malerei der Moderne – Futurismus, Dadaismus, Konstruktivismus – wurden typografische Inhalte als eigenständiges Mittel eingesetzt. Die Verbindung von Text und
künstlerischer Gestaltung liessen auf diese Weise eigenständige Unikate und Künstlerbücher
entstehen.
«Man denkt ein Wort, man spricht es aus – und wiederholt es so oft, bis es nur noch Klang ist oder Rhythmus und man sich partout nicht mehr daran erinnert, was es eigentlich bedeutet. Die Wortbilder spielen mit dem Moment zwischen Auflösung und Neuordnung, mit diesem kurzen Taumel, der sich jenseits des Geländers einstellt und in dem uns wohlvertraute Dinge gleichermassen fremd wie anziehend erscheinen», so die Kunsthistorikerin Britta Schröder in ihrem Beitrag zum Buch.
Das Leben besteht auch aus den Geschichten, die wir uns erzählen, die wir miteinander teilen – aus Worten. Und Stichworten, die wir uns zuwerfen. Auf die wir hören, hellhörig oder abwehrend. Auf den Stamm, den Ursprung der Worte zurückzuführen, was sie bedeuten oder bedeuten könnten, auf ihre wahren und mehrdeutigen Bedeutungen, ist das Anliegen der Visuellen Poesie.
ASK WHY – Fragen zu stellen, gehört zur Demokratie und zu jedem Leben eines Individuums, ohne die wir verkümmern würden, ohne die unser Leben schlichtweg gesagt farblos wäre. En passant: drei Exemplare der Visuellen-Poesie-Lithographien ASK WHY, die die Steindruckerei Thomi Wolfensberger mehrfarbig druckte, sind kürzlich in die Sammlung des Museums Gestaltung im Toni Areal Zürich aufgenommen worden.
Und nun möchte ich Sie nicht länger auf die Folter spannen und uns miteinander in die Phantasiewelt der Worte beamen, von Visionen zu träumen, real und ganz konkret. Tagträume sind wichtig und gehören zum Leben, sie lassen die Neugier auf die Welt und andere Menschen aufleben, zur Kreativität, was vielleicht auch noch möglich ist. Ich wünsche Ihnen eine gute Unterhaltung.
Ingrid Isermann


Zu «LOGBUCH CHAOS&KOSMOS» von PAUL NIZON
Liebe Ingrid, habe Dank für das Büchlein; ich habe es gleich gelesen mit Vergnügen und gebührender Bewunderung; gratuliere und wünsche nur Gutes künftighin, herzlich Pablo.


Zu deinem Buch ASK WHY – ANATOMIE DER WORTE
Es ist eine Augenweide. Nur schon das Orange und das Rosa
aussen sind super, aber sehr gewagt. Ich hatte das Buch als einziges auf meiner Deutschland-Rundtour mit dabei.  Es ist ein wunderbares Entdecker-Buch. Jede Seite ist überraschend. Bietet Neues, anderes. 
viel 
leicht
Die Schrift immer wieder anders gesetzt. Mal muss man das
Buch drehen. Mal die Lupe hervor nehmen. Ein Erlebnis in Farbe, Text, Druck, Papierqualität. Rundum gelungen. Ich dachte immer wieder: Wow, super, muss ich mir merken. Ich wäre mir jetzt aber vieles merken müssen. Und aufzählen nützt nichts. Denn vieles passiert im Visuellen.  Es ist ein schnelles Buch und ein langsames. Das ganze Buch in sich ist ein sehr gelungenes, wunderschönes Kunstwerk. Es hat Bodenständiges zum Thema und philosophisch Sphärisches. Die ganze Bandbreite. Das Buch liegt sichtbar bei mir im Wohnzimmer und es ist nicht ausgelesen. Denn das gibt es bei diesem Buch nicht. 
Brigitte Schär, Autorin


Gedanken zum Logbuch
Was ich alles nicht weiss, deckt sich mit der immensen Sphäre
des Unbewussten, und des stecknadelgrossen Bewusstseins,
das sich wiederum an der galaktischen Sphäre des Weltalls orientiert.
Was ich aber ganz sicher weiss, ist, dass nur Frieden und Freiheit unseren Planeten bewohnbar machen und dass ich nicht
aufhören werde, die Existenz dieser Heimat zu beschwören.
Ingrid Isermann


Gegen das Vergessen

Wenn du Frieden suchst,
wirst du ihn finden.


Wer Krieg sucht,
findet ihn.


Wer den Frieden nicht will,
bewaffnet sich mit Angst.


Wenn die Angst vor Frieden
grösser ist als die Angst vor Krieg.


Weil sich einen Panzer zulegen
leichter ist als auf Menschen zugehen.


Was verlieren wir im Frieden?
Nicht uns selbst.


Was verlieren wir im Krieg?
Zuerst uns selbst.


Und alles
was uns wert ist.


Wer hat Angst vor dem Frieden?
Wer hat Angst vor dem Leben?


Leben ist Freiheit.
Frieden ist die Freiheit zu sein.


Frieden und Freiheit
gehen mit dir Hand in Hand.

Ingrid Isermann, 2025


Lyrik im Kloster Kloster St. Urban.

Zu Literatur & Kunst und Logbuch/Weltenflimmern (erschienen 2023)
Guten Morgen, liebe Ingrid!  
Eben habe ich begonnen, wie immer am 1. des Monats die neue Ausgabe von „Literatur & Kunst“ zu lesen. Wie immer mit Gewinn. 
Es drängt mich, sofort zu reagieren, d.h. Dir zu sagen, wie sehr mich Dein Logbuch „Weltenflimmern“ anspricht und wie sehr ich mich damit identifizieren kann. Ich habe wie Du Jahrgang 1943, obwohl ich in der friedlichen Schweiz geboren bin (aber trotzdem spürte ich schon als Kind den Krieg in der Nähe) – und habe diese 77 Jahre Weltgeschichte erlebt. Grossartig, wie Du Dein persönliches Leben mit der Weltgeschichte verknüpfst und dadurch beides allgemein verständlich-nachvollziehbar machst! Ich bin beeindruckt von Deinem gescheiten, vielseitigen und „gspürigen“ Text und gratuliere Dir dazu sehr herzlich!  Der Untertitel „Hommage an das Leben“ stimmt auch für mich/mein Leben. 
Ich danke Dir und hoffe, es geht Dir gut. 
Bewundernswert, dass Du „Literatur und Kunst“ Jahr für Jahr mit grossem Engagement und nicht erlahmender Begeisterung herausgibst. Wir bleiben wohl noch lange „jung“ mit Jahrgang 1943 … 
Ich erinnere mich in diesem Moment an ein Gespräch, das wir nach Deiner Lesung in
St. Urban geführt haben, das ist schon lange her.  
Barbara Traber, Autorin